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Tipps für den Einsatz an Fahrzeugen mit Airbag ! |
Nach einem Unfall bitte zuerst prüfen, ob
das Fahrzeug mit Airbags ausgerüstet ist.
Die Airbagmodule sind mit dem Schriftzug „AIRBAG",
RS, oder SRS gekennzeichnet, auf der Fahrerseite auf dem Airbagmodul in
Lenkradmitte und auf der Beifahrerseite auf dem Airbagmodul rechts. Die
Seitenairbags sind auf den Außenseiten der Rücklehnen gekennzeichnet.
Hat der Airbag ausgelöst und damit seine
Schutzaufgabe erfüllt, so stellt er für die Insassen und die
Rettungshelfer keine Gefahr mehr dar. Das Füllgas ist aus dem Airbag
entwichen und der Airbag hängt schlaff herunter.
Mit den Rettungsarbeiten kann jetzt normalerweise
unverzüglich begonnen werden; doch sollte man sich je nach Fahrzeugtyp
vergewissern, ob es noch andere Airbags gibt
die nicht ausgelöst haben.
Darum sollte man in jedem Fall, als aller
erstes die Zündung des Fahrzeuges ausschalten,
oder wenn möglich die Fahrzeugbatterie
abklemmen.
Es kann nämlich je nach Fahrzeughersteller
und Fahrzeugtyp ein Restrisiko
bestehen, das bei der Rettung oder auch bei der Bergung von Verunfallten
, andere Airbags durch Gewalteinwirkung wie
z.B. Heraustrennen von Türen auslösen,
und diese dann die Rettungskräfte verletzten. Im Bereich um den ausgelösten
Airbag kann es noch eine Zeitlang recht warm sein. Bitte diesen Bereich
in unmittelbarer Nähe des Lenkrades meiden.
Besonders beim Hineinbeugen in das Fahrzeug
nicht auf dem Lenkrad oder der ausgelösten Airbageinheit abstützen.
Außerdem sollte man niemals in die Airbags
hineinschneiden, vor allen Dingen niemals
bei nicht ausgelösten Airbags, da das
Zündmaterial stark toxisch wirkend kann.
Das Füllgas. das beim Abbrennen des pyrotechnischen Treibsatzes entsteht,
ist Stickstoff und damit als Hauptbestandteil der Atemluft völlig
ungefährlich. Eine leichte Rauchentwicklung ist möglich, sie
deutet jedoch nicht auf einen Brand hin und muß demzufolge auch nicht
bekämpft werden. Vielmehr entsteht sie durch einen geringen Schlackenanteil
sowie als Folge der Beschichtung der Luftsäcke.
Eine Schädigung der Insassen oder der
Helfer ist nicht zu befürchten. Rauch und Staub können aber leichte
Reizungen der Schleimhäute und der Haut hervorrufen. Das Tragen von
Schutzhandschuhen wird angeraten. Ungeschützte
Hautpartien sollten nach dem Einsatz vorsorglich gründlich gewaschen
werden. Ist der Airbag nicht ausgelöst
worden, so besteht nach dem Abklemmen der
Fahrzeugbatterie etwa nach 5 Minuten
keine Gefahr mehr, daß er während
der Rettungsarbeiten ausgelöst wird. Da die heutigen Fahrzeuge
alle mit elektrischen Zündsystemen für den Airbag ausgestattet
sind, kann eine Aktivierung bei unterbrochener Spannungsversorgung dann
(heutige Fahrzeuge ca. 5 Minuten ältere Fahrzeuge bis zu 20 Minuten)
nicht erfolgen. Auch das Durchtrennen der Zündleitung von Fahrer-
und Beifahrerairbag kann damit nicht zu einer Auslösung führen.
Kann
die Batterie nicht abgeklemmt werden, sollte der Verletzte stets von der
Seite und damit außerhalb des Entfaltungsbereichs des Airbags versorgt
werden. Dazu den Sitz in die hinterste Position fahren. Wichtig in diesem
Zusammenhang bleibt zu erwähnen, daß der Gasgenerator im Airbag
eine Selbstzündungstemperatur von ca. 200 Grad Celsius hat und dass
deshalb jede Einwirkung von Wärme in dem Bereich Lenkrad und Schalttafel
vermieden werden sollte, da sonst mit einer Aktivierung gerechnet werden
muß. Bei brennenden Fahrzeugen bitte den Bereich und den Airbag solange
meiden, bis das Feuer gelöscht ist und beim notwendigen Einsatz von
Schneidbrennern den Bereich um die Airbagmodule freihalten. Bei den Rettungsarbeiten
keine Werkzeuge oder Rettungsgeräte auf den nicht entfalteten Airbag
legen. Unter keinen Umständen Schneid- oder Bohrarbeiten im Bereich
der Airbageinheit durchführen. Der Druck der bei einem auslösenden
Airbag entsteht ist ca 180 bar groß,
und wer schon mal einen Wasserstrahl mit ca 4- 8 bar abbekommen hat, der
kann sich vielleicht vorstellen was der 30-40 fache Druck bewirken kann.
Also sollte man bei Fahrzeugen mit Airbags und oftmals auch mit Gurtstraffern
ausgestatteten Fahrzeugen bei den Rettungsmaßnahmen ruhig
, besonnen und mit aller Vorsicht vorgehen.
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