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Frauen in der Feuerwehr Nordhorn

 Frauen in der Feuerwehr - Frauen am Zug - Frauen bei uns !


Vor vielen Jahren ein Tabuthema - heute unersetzlich

Hätte man vor 30 Jahren gesagt, dass wir in unserer Feuerwehr einmal sieben Frauen haben, dann wäre es gar nicht soweit damit hin gewesen, dass so manch alter Kamerad gesagt hätte - "Ohne mich!". Klingt ungerecht und unbefriedigend, aber weist einen positiven Wandel nach. Es zeigt auch hier, was sich in den Feuerwehren in den letzten Jahren getan hat und wie sie sich verändert haben. Das man mit der Entscheidung, Frauen in die Feuerwehren aufzunehmen, richtig gelegen hat, sehen wir selbst fast bei jedem Dienst und Einsatz und das es ein erfolgreicher Weg ist, beweisen die Statistiken für ganz Deutschland. Betrug der Frauenanteil im Jahr 1991 2,06%, so sind es im Jahre 2007 schon 7,00%, in den Jugendfeuerwehren sind aktuell sogar 20% der Mitglieder Mädchen. 

"Wir beschreiten neue Wege" so fasst es der Präsident des Deutschen Feuerwehrverbandes
Herr Hans-Peter Kröger zusammen


Sehr sehr wichtig an dieser ganzen Entwicklung ist, dass es auch weiter vorangetrieben wird, Frauen in die Feuerwehr zu bekommen, aber noch viel wichtiger ist, sie in der Feuerwehr zu halten. Nicht selten, wie die aktuellen Zahlen der Jugend- feuerwehren zeigen, treten sie in jungen Jahren in die Wehr ein, fernab der Gedanken über Familie und Beruf. Kommen diese Dinge dann irgendwann in ihrer Feuerwehrzeit auf sie zu, kann es sehr schnell zum Austritt führen. Und genau hier ist für die Zukunft anzusetzen, um den Anteil der weiblichen Feuerwehrmitglieder auch in Zukunft weiter zu erhöhen und zu sichern.

Einige nun folgende Punkte sollen einmal deutlich machen, welche Problematiken auftreten können und wie man ihnen entgegen- wirken kann.

Ein erstes Problem, ist genau wie bei Männern auch, die Vereinbarkeit von Feuerwehr und Beruf, gerade in der heutigen Zeit, in der ein Arbeitplatz zu einem fast unersetzlichen Gut geworden ist. Zwar haben ehrenamtlich tätige Menschen zumeist einen guten Ruf bei ihren Vorgesetzten, jedoch gibt es auch hier Grenzen, die in den letzten Jahren immer enger gesteckt wurden. Zudem fordert der Beruf heutzutage erheblich mehr Mobilität und auch Flexibilität, auch dies erschwert die Vereinbarkeit mit der Feuerwehr.
Hier sehen sich die Freiwilligen Feuerwehren, hier sehen wir uns gefordert, die Voraussetzungen auszubauen, dass die gut ausgebildeten Frauen weiter am Dienst teilnehmen können und sich weiterhin für die Feuerwehr begeistern.
Erreicht wird dies durch höhere Flexibilität bei der Termingestaltung von Übungs- und Dienstzeiten sowie hinsichtlich des zeitlichen Umfanges. Zudem sollte man nicht auf individuelle Lösungsmöglichkeiten bauen, sondern Vereinbarkeitslösungen von oben anbieten.
Im Mittelpunkt sollten hier informelle Erleichterungen und ein Entgegenkommen durch Vorgesetzte sowie Kollegen und Kolleginnen sein. Beachten sollte man, dass Lösungsmöglichkeiten dieses Problems immer auch abhängig von den Gegebenheiten vor Ort sind und in Absprache mit allen Beteiligten erfolgen sollten.
Ein weiteres Hindernis für Frauen ist die Vereinbarkeit zwischen der Freiwilligen Feuerwehr und Familie. Da tauchen ganz schnell mal Fragen auf wie "Wer betreut die Kinder, wenn der Melder geht, wer nimmt sie wenn ich zum Dienst muss?" oder "Wer betreut den pflegebedürftigen Elternteil zuhause weiter, wenn ich weg muss?".
Da tritt dann ganz schnell die Forderung auf, dass die Feuerwehren Familientauglicher werden müssen, aber wie?
Auch hier sind die Feuerwehren auf Orts- aber auch auf Kreis- und Landes- ebene gefordert, Lösungsmöglichkeiten zu schaffen bzw. aufzuzeigen.

"Deutlich ist jedoch allen Verantwortlichen, dass Frauen in der freiwilligen Feuerwehr in Zukunft unverzichtbar sein werden. Denn der demografische Wandel wird dazu führen, dass die Zahl der männlichen Freiwilligen in diesem Bereich zurückgehen wird, ohne dass Wehren dies werden kompensieren können."

Bundesfamilienministerin
Ursula von der Leyen

Eine dieser Möglichkeiten wäre sicherlich der Faktor Zeit, den man insofern berücksichtigen kann, dass man Übungsdienste entsprechend flexibel gestaltet, aber auch die Schaffung für den Ersatz der Betreuung zuhause ist sicherlich überlegenswert. Wichtig ist auch hier, dass man alle Seiten an dem Lösungsprozess beteiligt und gemeinsame Strategien erarbeitet.

Ein ganz wichtiges Thema in dieser Sache ist der Punkt Frauen und Schwangerschaft. Hier ist zu berücksichtigen und das gerade bei Männern, dass eine Schwangerschaft keine Krankheit ist, sondern ein ganz normaler Abschnitt im Leben einer Frau, auf den nur ganz wenige verzichten wollen. Hier ist Behutsamkeit und Rücksichtsname gefordert. Frauen möchten auch während dieser Zeit am Feuerwehrdienst teilnehmen und werden, je stärker sie zuvor eingebunden waren, auch gebraucht. Oftmals aber werden die werdenden Mütter von allem ausgegrenzt, weil die meisten einfach nicht wissen, wie man damit umgeht und was eigentlich innerhalb des Feuerwehrdienstes für eine schwangere Frau erlaubt ist. Aber auch zu dieser Problematik gibt es Lösungs- möglichkeiten und Informationen wie man damit umzugehen hat.
Ein Fötus entwickelt sich z.B. in den ersten zwölf Wochen einer Schwangerschaft nahezu explosiv. Organe, Gehirn und zentralesNervensystem bilden sich in dieser Zeit aus und das bedeutet, dass der Fötus in dieser Zeit sehr verletzlich ist. Nach 16 Wochen ist er ein kompletter Mensch in einer Umhüllung: Alle Gliedmaßen und inneren Organe sind vollständig ausgebildet, die restliche Zeit der Schwangerschaft benötigt das Kind zum Wachsen und zur weiteren Entwicklung. Auf der Basis des Mutterschutzgesetztes und der Mutterschutzverordnung empfiehlt der Deutsche Feuerwehrverband den werdenden Mütter, die Wehrleitung umgehend über die Schwangerschaft zu informieren. Ferner gilt, wie im zivilen Leben auch, sechs Wochen vor und acht Wochen nach der Geburt gilt der gesetzliche Mutterschutz. Schwere und gesundheitsschädliche Arbeiten sind zu vermeiden - somit ist klar, ein Einsatz- bzw. entsprechender Übungsdienst während dieser Zeit ist untersagt. Einer Teilnahme an Übungen und dienstlichen Veranstaltungen ohne körperliche Belastungen ist sicherlich jederzeit möglich, jedoch gilt hier auch das Verantwortungsbewusstsein der Frau selbst und selbstverständlich auch das der Führungskräfte Wehr.
Die Schnittstelle Jugendfeuerwehr - aktive Feuerwehr ist ebenfalls ein Bereich, in dem junge Mädchen bzw. Frauen, den Bezug zur Feuerwehr verlieren. Zunächst sind sie noch bei den ersten aktiven Dienstabenden dabei, jedoch verlieren sie sich dann schnell selbst und bleiben fern. Auch hier heißt es gegenzusteuern, wichtig hierbei ist ihnen eine Kooperation und Akzeptanz entgegen- zubringen, die ihnen zeigt, dass sie nicht allein sind und der Gemeinschaft angehören. Es muss nicht über sie, sondern mit ihnen geredet werden.
Die Mädchen, die aus der Jugendfeuerwehr übertreten, haben nicht nur einen Großteil ihrer Jugend und Freizeit in der Jugend-
feuerwehr verbracht, sondern sie sind auch theoretisch und praktisch ausgebildet worden. Beim Wechsel in die aktive Wehr sollten sie hier eine entsprechende Anerkennung für ihr Wissen erhalten. Aber nicht nur der Einbezug ihres Wissens ist wichtig, sondern auch die sozialen Umgangsformen. Des weiteren kann ein lockerer Dienst, den die meisten ja aus der Jugendfeuerwehr gewohnt sind, dazu beitragen, dass sich junge Mädchen wohl fühlen. Auch ist oftmaliger Kontakt zwischen Jugendfeuerwehr und aktiver Wehr sehr wichtig, so lernen alle Mitglieder sich schon einmal vorher kennen und nicht erst, wenn die Kameradin aus der Jugend- feuerwehr übertritt, auch dies schafft Sicherheit und Vertrauen. All dieses bringt einen fließenden Übergang zwischen dem Dienst in der JF und dem in der aktiven Wehr, was übrigens hier nicht allein nur für die Mädchen gilt, sondern auch für Jungen.

"Die Feuerwehren leben auf allen ebenen von Menschen und dazu zählen nicht ausschließlich Männer sondern auch Frauen, die sich in der Freizeit für die Belange ihrer Mitmenschen einsetzen!"

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