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Backdraft

Backdraft

Von einem Backdraft spricht man im Feuerwehrjargon, wenn sich Rauchgase explosionsartig Entzünden. Im Deutschen Sprachgebrauch ist auch das Wort „Rauchgasdurchzündung“ weit verbreitet.

Zu einem solchen Backdraft oder Rauchgasdurchzündung  kommt es dann, wenn in einem Raum ein Feuer ausbricht, welches jedoch durch Mangel an Sauerstoff kurz vor dem Erlöschen steht. Im Raum Verbleiben nach der Verbrennung von Stoffen jedoch noch immer brennbare Gase und Dämpfe. Durch das Abkühlen des Raumes und der darin vorhandenen Gase, welcher vorher in Brand stand, verlieren die vorher beim Brandgeschehen entstandenen gasförmigen Moleküle ihr Volumen, wodurch ein Unterdruck in dem Raum entsteht.

 

Durch diesen Unterdruck entsteht ein interessantes Phänomen: Die Vorher unter Türen oder durch andere Spalten aus dem Raum ausgetreten Rauchgase und Brandrauch wird kurze Zeit später wieder durch dieselben zurück  in den Raum hinein gesogen.  Wird nun eine Tür oder ein Fenster durch die Feuerwehr oder anderem Personal geöffnet, dringt durch den noch immer Vorhandenen Unterdruck in dem Raum Sauerstoffreiche Umgebungsluft ein und es entsteht Blitzartig wieder ein Gemisch welches hoch entzündlich ist. Befindet sich nun noch eine Zündquelle in dem nun mit hochexplosivem  Sauerstoff-Gasgemisch gefüllten Raum, eventuell, durch einen noch glimmenden Schwelbrand, kommt es zur Explosion des Gemisches, welches verheerende Folgen haben kann, für das Personal welches die Sauerstoffzufuhr ermöglicht hat.
Bei dieser jetzt stattfindenden Explosion, tritt eine Flammenwalze an der Decke des Raumes auf, da die Rauchgase leichter sind als die Umgebungsluft. Diese Flammenwalze hat Temperaturen von 2000 bis 3000°C. Diesen Temperaturen, ist auch die Schutzausrüstung der Feuerwehr nicht gewachsen, geschweige denn jegliche andere Kleidung. Der einzige Schutz, gegen die Flammenwalze besteht darin, sich auf den Boden zu legen, da dort die Temperatur am geringsten ist. Wegen diesem Phänomen wird die Feuerwehr Türen zu unbekannten, möglicherweise in Brandstehenden Räumen immer aus Deckung öffnen.

Die erste Dokumentierte Rauchgasdurchzündung hat sich ca. 600 Jahre vor Christus ereignet und wird in der Bibel im Buch Daniel (Der Feuerofen) erwähnt.

 

Flashover

Die Internationale Organisation für Normung, definiert den Flash-Over folgendermaßen: „Der schnelle Übergang aller Oberflächen brennbarer Materialien eines Raumes hin zu einem Feuer.“ Das Brandschutzingenieurwesen beschreibt das Phänomen als Grenze zwischen der Entstehungsphase eines Brandes (Pre-Flash-Over) und dem Vollbrand eines Raumes (Post-Flash-Over), bei welchem Temperaturen von bis zu 600°C auftreten. Zu welchem Zeitpunkt eines Brandes ein Flash-Over stattfindet, ist pauschal nicht zu definieren, sondern hängt viel mehr von vielen Verschiedenen Faktoren, wie die Größe des Brennenden Raumes, die Ventilation-Verhältnisse oder die Beschaffenheit der brennenden Gegenstände in dem  Raum.
In der Entstehungsphase eines Flash-Overs, brennen zunächst die Gegenstände in der unmittelbaren Umgebung des Brandherds und es entstehen Rauchgase und Dämpfe, wie bei jeder Oxidation. Können die entstandenen Gase nicht aus dem Raum austreten, so sammeln sich die heißen Gase unter der Decke des teilweise in Flammen stehenden Raumes und es kommt zu einem Wärmestau, welcher die Temperatur im Raum des Brandes stark ansteigen lässt. Die brennbaren Gegenstände, welche bisher noch nicht in Brand geraten waren, entzünden sich bei einer Rauchgastemperatur von ca. 500 bis 600°C selbst, ohne jegliche Zündflamme. Die Flammenausbreitung in dem jetzt extrem heißen Raum beträgt in der horizontale etwa 10 Meter in der Minute. Das Ergebnis dieser Ausbreitung ist ein Vollbrand des Zimmers innerhalb von kürzester Zeit mit Raumtemperaturen von bis zu 1000°C.
Auf vielen Internetseiten aber auch in der Ausbildung der Feuerwehren werden die beiden Phänomene Backdraft bzw. Rauchgasentzündung und Flash-Over oft über einen Kamm geschert und als identisch beschrieben.

Der Begriff Flashover wird fälschlicherweise mit dem Begriff Rauchgasdurchzündung (engl. rollover) gleichgesetzt.
Bei der Rauchgasdurchzündung handelt es sich lediglich um das Verbrennen unpyrolysierter Gase einer Rauchschicht, beim Flashover (F/O) um das oben beschriebene Phänomen. Im Brandschutzingenieurwesen gibt es die oben genannte klare Definition.

  
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