Am 9. Dezember 1935 wurde in Brandlecht die Freiwillige Feuerwehr gegründet.
Es gab zwar vorher schon eine alte Handdruckspritze, welche in einem Spritzenhaus
an der Moddemannschen - Scheune mitten im Ort untergestellt war, aber eine
Feuerwehr gab es nicht.
Bei einer Revision im Jahr 1932 durch den Kreisbrandmeister Herrn Rust wurde folgendes
festgestellt:
Das Spritzenhaus ist zum Teil zusammengebrochen und die Spritze liegt unbrauchbar
im Freien. Daher empfahl er, man möge sich der Nordhorner Feuerwehr
anschließen, da diese mit gutem Gerät ausgerüstet ist.
Aus dieser Empfehlung wurde nichts, denn durch eine Verfügung des Landrates
vom 30. April 1935 wurden die Gemeinden Brandlecht, Hestrup, Hesepe, Engden,
Drievorden und Neerlage aufgefordert einen Löschverband zu gründen.
Dann endlich kam es am 9. Dezember 1935 zur Gründung der Freiwilligen Feuerwehr
in Brandlecht.
Den ersten Haushaltsplan stellte die Feuerwehr am 20. Mai 1936 auf. Für die
Anschaffung von Geräten und Ausrüstungen wurden 1400 RM eingesetzt.
Allerdings kannten die Gemeinden damals auch schon den Rotstift, sie kürzten
den Haushaltsplan einfach um 1000 RM.
Im Jahr 1937 wechselte der Wehrführer Johannes Große
Höttmann seinen Wohnsitz von Brandlecht nach Neerlage und stellte sein Amt aus
diesem Grund zur Verfügung.
Nun folgte eine Zeit ohne gewählten Wehrführer.
Eine Überprüfung durch den Kreisbrandmeister im Jahr 1937 ergab folgendes:
Die Gemeinden haben freiwillige Feuerwehrmänner, diese haben
kein Gerät und sind auch nicht eingekleidet. An eine ernsthafte Ausbildung ist
zurzeit nicht zu denken.
Die Schuld lag hier bei den Gemeinden. Sie hatten einfach keine Geräte und
Ausrüstungen angeschafft. Obgleich sie nach dem Gesetz auch damals dazu
verpflichtet waren. Nur allein darum war an eine ernsthafte Ausbildung nicht
möglich.
Durch den Landrat wurden die Gemeinden aufgefordert umgehend Geräte und
Ausrüstung anzuschaffen. Weil die Anschaffung nicht umsonst war, wollte die
Gemeinde Hestrup wahrscheinlich Geld sparen. Sie versuchte den Löschverband
zu verlassen und sich an Nordhorn zu binden. Dieses Vorhaben wurde aber vom Landrat
abgelehnt.
Zwischen 1937 und 1942 wurde auf Anordnung des
Landrates eine Satzungsänderung vorgenommen. Diese entsprach dann der damaligen
Zeit. In der Änderung wurden der jeweilige Bürgermeister aus Brandlecht zum
Leiter und der Bürgermeister aus Hestrup zum Stellvertreter des Löschbezirkes
bestimmt.
Als im Jahr 1942 die jungen Leute aus Brandlecht und Hestrup im Kriegseinsatz standen,
berief der damalige Bürgermeister Lödden eine Versammlung in der
Gaststätte Staelberg ein. Zeitbedingt hieß es nun nicht sie werden gebeten,
sondern sie haben sich zu melden. Es meldeten sich etwa 25 fast ausschließlich
ältere Herren der Gemeinden. Sie wägten ab zwischen Volkssturm und Feuerwehr.
Trotz Einwand einiger Gemeindemitglieder kam es dann im Jahr 1942 zu einer
Neugründung der Freiwilligen Feuerwehr Brandlecht.
Der Landwirt Hermann Bernink wurde zum Führer der Feuerwehr bestimmt. Die ersten
Übungen fanden vor dem Hause Landwehr auf der jetzigen B403 statt.
Der erste Brandeinsatz war bei dem Bauern Völker in Brandlecht. Durch ein
abgestürztes Flugzeug wurde die Scheune in Brand gesetzt. Auch eine Scheune
des Bauern Lödden geriet dadurch in Brand. Wie gut die Männer bis dahin
ausgebildet waren geht aus der Brandmeldung hervor:
Dauer des Einsatzes von 20.15 Uhr bis 21.40 Uhr.
Bei Lödden Feuer mit Sand und Wasser gelöscht.
Bei Völker aussichtslos, da voll Stroh und Heu. Das Übergreifen auf Wohnhaus
verhindert.
Bei Völker zwei Pferde, einen Bullen und sieben Rinder gerettet, ferner einen
Ackerwagen.
Bei der Löschung des Brandes war jeder Feuerwehrmann gern dabei, denn für
die geleistete Arbeit erhielt jeder eine Flasche Schnaps als Sonderzuteilung. Es
handelte sich hier nämlich um einen Kriegseinsatz.
Der Bauer Mensen hatte zu diesem Zeitpunkt schon die Führung der Wehr
übernommen, weil Herr Bernink aus gesundheitlichen Gründen den Posten nicht
mehr ausführen konnte.
Die Einsätze erfolgten mit einem Pferdefuhrwerk auf dem eine Tragkraftspritze
aufgebaut war, diese war im Jahr 1944 angeschafft worden.
Mittlerweile kam wieder Ordnung in die Feuerwehr, zumal der damalige Führer
der Freiwilligen Feuerwehr Nordhorn Herr Paul Prinz zusammen mit Herrn Mensen die
Ausbildung in Brandlecht durchführte. Sie bauten eine schlagkräftige
Feuerwehr auf.
Bis zum 18. Dezember 1945 versah Herr Mensen seinen Dienst
als Wehrführer, danach übergab er die Führung an den Landwirt
Herrn Dietrich Geerds. Bevor er allerdings ernannt werden konnte, mussten die
Militärregierung und auch der Landrat die Zustimmung geben. Als es auch in
politischer Hinsicht nichts zu beanstanden gab, durfte Herr Geerds die Führung
der Feuerwehr übernehmen.
Allmählich wurden Ausrüstung und Geräte vervollständigt, in
anderen Feuerwehren hatte man schon Kraftfahrzeuge. In Brandlecht aber fuhr die
Feuerwehr immer noch mit einem Pferdefuhrwerk zum Einsatz. Sogar die ersten
Wettkämpfe auf Kreisebene wurden damit durchgeführt.
Im Februar 1948 stellte Herr Geerds seinen Posten zur Verfügung, weil er das Amt
des Bürgermeisters der Gemeinde Brandlecht übernahm. Sein Nachfolger wurde
der Landwirt Johann Donker. Als erste größere Anschaffung zu Beginn seiner
Amtszeit wurde ein altes Militärfahrzeug gekauft. Nicht fahrbereit musste es
von Meppen abgeschleppt werden. In Nordhorn wurde es von der Firma Balder erst einmal
instand gesetzt. Das Fahrzeug war wohl schneller als ein Pferdefuhrwerk, doch es war
nicht immer die Gewähr gegeben, dass es den Anfahrtsweg bis zur Brandstelle
durchstand.
Weil auf dem alten Fahrzeug kein Platz für Mannschaft und Geräte war, wurde
im Jahr 1954 ein Tragkraftspritzenanhänger gekauft. Dieser ist noch sehr lange
bei uns im Einsatz gewesen.
Als dann im Jahr 1956 das alte Militärfahrzeug endgültig den
Geist aufgab, kaufte die Gemeinde ein neues Fahrzeug. Gekauft wurde ein
Löschfahrzeug der Firma Graf mit einem Fahrgestell der Firma Borgwart.
Bislang war die Feuerwehr in einer alten Baracke untergebracht. Sie stand an der
jetzigen Kreuzung zur Haar - Syenvennweg. Neben der Unterstellmöglichkeit
für das Fahrzeug waren in der Baracke auch noch Wohnungen, diese waren von
der Gemeinde Brandlecht vermietet.
Durch den Kauf des neuen Fahrzeugs und immer mehr Geräten wurde es in der Baracke
zu eng. Im Jahr 1957 kaufte der Löschverband eine andere, wenn auch größere,
Baracke. Sie stand auf dem Gelände wo jetzt unser Feuerwehrhaus steht.
Ein Jahr später am 25. Juli 1958 gingen bei einem Großbrand auf dem Hof des
Bauern Berning in Engden beide aus dem Krieg stammenden Tragkraftspritzen zu Bruch.
Eine davon konnte nur notdürftig repariert werden. Es musste daher eine neue
gekauft werden.
Johann Donker leitete die Feuerwehr bis zum 31. März 1965. In 17 Jahren hat er es
verstanden, eine schlagkräftige Feuerwehr aufzubauen. Dennoch musste er seinen
Posten als Gemeindebrandmeister zur Verfügung stellen. Er fiel einem Paragraphen
zum Opfer, als Niederländer konnte er nicht zum Vollzugsbeamten ernannt werden.
Der Fall beschäftigte damals höchste Stellen.
In einer außerordentlichen Dienstversammlung am 1. Mai 1965 wurde als Nachfolger
von Johann Donker Heinrich Hagel gewählt. Auf seinem Wunschzettel standen ein
neues Feuerwehrhaus und ein Mannschafts - Transport - Wagen (MTW).
Ein Wunsch sollte sich bald erfüllen. Im Jahr 1968 kaufte
der Löschverband einen gebrauchten VW Bus, der dann als MTW umgebaut wurde.
Das Jahr 1967 war ein besonderes Jahr für die Feuerwehr in Brandlecht:
Erst am 2. September 1967 feierte die Feuerwehr das 25 jährige Jubiläum.
Bis dahin glaubte man dass die Feuerwehr erst seit der Neugründung im Jahr 1942
bestand. Beim Umbau der Kreisverwaltung wurden alte Akten gefunden, die dann bewiesen
dass unsere Feuerwehr schon 1935 gegründet worden war. So das wir im Jahr 1985
unser 50 jähriges Bestehen feiern konnten.
Nach langen Verhandlungen und humorvollen Einlagen mit Bollerwagen und Kübelspritze
genehmigte der Löschverband, schließlich den Ankauf eines gebrauchten
Tanklöschfahrzeuges (TLF). Nach einem größeren Brand hatte sich die
Notwendigkeit dieser Anschaffung erwiesen.
Es wurde im Jahr 1971 von der Stadt Bocholt nach Brandlecht geholt. Vorher musste
jedoch in der alten Baracke noch ein Einstellplatz für das Fahrzeug geschaffen
werden.
Im Jahr 1974 kam es zu einer grundlegenden Änderung in der Geschichte der
Feuerwehr Brandlecht. Durch die Gebiete- und Gemeindereform kamen die Gemeinden
Brandlecht und Hestrup zu Nordhorn. Engden verließ den Löschverband und
gehört seid dem zur Samtgemeinde Schüttorf. Seit dieser Zeit lautet der Name
der Feuerwehr nicht mehr Freiwillige Feuerwehr Brandlecht, sondern Freiwillige Feuerwehr
Nordhorn - Ortsfeuerwehr Brandlecht.
In einer Mitgliederversammlung der nun neuen Freiwilligen Feuerwehr Nordhorn wurde
Hermann Mansbrügge zum Stadtbrandmeister gewählt. Sein Stellvertreter wurde
der Brandlechter Ortsbrandmeister Heinrich Hagel.
Eine erste gemeinsame Aktion war die Gründung einer Jugendfeuerwehr in Brandlecht.
Im Frühjahr 1975 wurden die jungen Leute im Rahmen der Jahreshauptversammlung der
OF Brandlecht der Öffentlichkeit vorgestellt. Zum Zeitpunkt der Gründung
hatte die Jugendfeuerwehr 16 Mitglieder im Alter von 12 bis 16 Jahren.
Ein Jahr später ging ein heißersehnter Wunsch der Feuerwehr in Erfüllung.
Die Genehmigung zum Bau eines neuen Feuerwehrhauses wurde erteilt. In Eigenarbeit
wurde die alte Baracke am 4. Januar 1977 abgebrochen. An gleicher Stelle wurde das neue
Feuerwehrhaus errichtet.

Ein besonderer Freudentag war der 14. Oktober 1977. Das Feuerwehrhaus war fertig und
es wurde in einer Feierstunde der OF Brandlecht übergeben. Erst jetzt hatte die
Feuerwehr eine menschenwürdige Unterkunft.
Der Anschluss an Nordhorn hatte für die OF Brandlecht keine Nachteile. Als im
September 1978 der MTW wegen Altersschwäche ausfiel, wurde kurzfristig ein neuer
MTW der Marke Ford Transit bewilligt. Kurze Zeit darauf wurde auch noch eine neue
Tragkraftspritze bewilligt.
Im September 1979 wurde das alte Löschfahrzeug aus dem Jahr 1956 ausgemustert.
Die Stadt Nordhorn übergab der Ortsfeuerwehr ein neues Löschgruppenfahrzeug 8
(LF8) vom Typ Magirus.
Nach all diesen Anschaffungen glaubte man, nun endlich ist die OF Brandlecht
schlagkräftig genug ausgerüstet. Im Jahr 1981 musste aber das TLF ebenfalls
aus Altergründen ausgemustert werden. Weil nun Nordhorn ebenfalls ein neues TLF
bekommen sollte, verordnete die Stadt Nordhorn dem alten TLF der OF Nordhorn Landluft.
In einer Feierstunde wurde das TLF der OF Brandlecht übergeben. Das alte
Brandlechter TLF wurde der "Aulen Füürweär" zur Verfügung
gestellt.
Im Jahr 1982 wurde Harm Vos zum stellvertretenden Ortsbrandmeister gewählt.
Er löste unseren Kameraden Heinz Neesen ab, der 13 Jahre in diesem Amt tätig
war. Heinz Neesen löste 1991 nach 26 Jahren unseren langjährigen Ortsbrandmeister
Heinrich Hagel ab, der das Amt des Stadtbrandmeisters in Nordhorn übernahm.
Im Jahr 1993 gab Heinz Neesen aus gesundheitlichen Gründen sein Amt auf.
Zum neuen Ortsbrandmeister wurde Günter Hagel gewählt, der zusammen mit dem stellvertretenden
Ortsbrandmeister Wilfried Hes das Amt übernahm.
Nach 6 jähriger Amtzeit stand Heinrich Hagel 1997 aus Altersgründen nicht mehr als Standbrandmeister
zur Verfügung und wurde durch Heinz Niemeyer abgelöst. Das Amt des stellvertretenden
Stadtbrandmeisters wurde dem Brandlechter Ortsbrandmeister Günter Hagel übertragen.
Nach 24 Jahren Dienst wurde im Jahr 2003 das alte Löschfahrzeug Magirus ausgemustert
und durch einen neuen IVECO Magirus ersetzt. Stolz wurde das Fahrzeug direkt aus dem Werk
abgeholt und in einer besonderen Feierstunde der Brandlechter Wehr übergeben.
Im Jahr 2006 löste Günter Lödden den langjährigen Ortsbrandmeister Günter Hagel ab. Stellvertretend
wurde Gerold Büssis ernannt.
Da das Feuerwehrhaus aus dem Jahre 1977 zu klein geworden war, wurde 2007 vom Rat der
Stadt Nordhorn beschlossen, das Gebäude aufzustocken. Die Ankleide der
Kameraden befand sich direkt hinter den Fahrzeugen und stellte bis dahin ein großes
Sicherheitsrisiko der Kameraden dar. Durch die Aufstockung des Feuerwehrhauses erhielt die Brandlechter
Wehr 150 Quadratmeter Nutzfläche dazu. Nach rund 6 Monaten wurde das Gebäude den gesetzlichen
Anforderungen entsprechend umgebaut und mit einem Tag der offenen Tür und Festprogramm im
September 2007 der Öffentlichkeit präsentiert.