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B4 – Feuer in Hochhaus an Grasdorfer Straße

Zehn Verletzte nach Brand in Hochhaus – Großaufgebot von Einsatzkräften vor Ort. Zunächst wurden die Feuerwehr Nordhorn und der DRK-Rettungsdienst mit einem B3-Alarm (Mittelbrand) zu einem Wohnungsbrand in ein großes achtstöckiges Mehrfamilienhaus an der Grasdorfer Straße in Nordhorn alarmiert. Doch beim Eintreffen der ersten Einsatzkräfte war schnell klar, dass es sich um einen größeren Einsatz handelte. Aus einem Fenster im achten Obergeschoß des Hochhauses schlugen Flammen, Rauch drang aus weiteren Fenstern. Die Polizei hatte die beiden obersten Stockwerke evakuiert, bereits jetzt waren fünf Verletzte zu beklagen. Der Einsatzleiter der Feuerwehr Nordhorn ließ umgehend Vollalarm (B4) für die Ortsfeuerwehr Nordhorn auslösen und forderte zwei weitere Hubrettungsfahrzeuge an. Der DRK-Rettungsdienst ließ parallel MANV1 (Massenanfall von Verletzten, mehr als fünf Personen) alarmieren. Während die Polizei den Einsatzort absperrte, rückten zahlreiche Rettungskräfte aus Nordhorn und der Grafschaft Bentheim an.

Mehrere Trupps der Feuerwehr gingen in das Gebäude vor. Während die einen die unteren Stockwerke evakuierten, gingen zwei Trupps unter schwerem Atemschutz zur Brandbekämpfung in den achten Stock. Zeitgleich wurde von der Besatzung eines Löschgruppenfahrzeug die Steigleitung des Gebäudes unter Druck gesetzt. So konnte ein Trupp oben angekommen direkt ein C-Rohr im Innenangriff vornehmen. Um die Rauchentwicklung im Treppenhaus möglichst gering zu halten, kam an der Wohnungstür ein mobiler Rauchverschluß zum Einsatz. Da die benachbarte Wohnung verschlossen war, wurde diese Aufgebrochen und kontrolliert. Ein weiterer Trupp kontrollierte das Flachdach des Hauses. Während das Feuer schnell gelöscht werden konnte, nahm die Dramatik vor dem Gebäude zu.

Neben der Ortsfeuerwehr Nordhorn mit acht Fahrzeugen war mittlerweile auch die Hubrettungsbühne (HRB 32) und ein Löschfahrzeug (LF 20) aus Bad Bentheim, die Drehleiter (DLK 23/12) aus Schüttorf inklusive einem Löschfahrzeug (LF 8), vier Rettungswagen und zwei Krankentransportwagen des DRK-Rettungsdienstes, zwei Notarzteinsatzfahrzeuge mit Notarzt, leitendem Notarzt und Organisatorischem Leiter Rettungsdienst , eine Notfallseelsorgerin sowie aus den DRK-Ortsvereinen Obergrafschaft und Nordhorn sechs Fahrzeuge mit etwa 20 Kräften an der Einsatzstelle eingetroffen. Dazu Strom- und Gasversorger und zahlreiche Polizeikräfte.

Nach bisherigen Feststellungen der Polizei sind in dem gesamten Mehrfamilienhaus insgesamt 86 Personen gemeldet. In der Brandwohnung hielten sich zum Zeitpunkt des Brandes acht Personen auf. Nach ersten Erkenntnissen war ein auf dem Herd stehender Topf mit Fett in Brand geraten. Löschversuche durch eine Tochter mit Wasser schlugen fehl. Die Frau zog sich dabei Brandverletzungen zu. Alle acht Bewohner erlitten Rauchgasvergiftungen und mussten durch den Rettungsdienst betreut werden. Auch die Polizistin und ihr Kollege, die die Evakuierung zu Beginn vornahmen, wurden durch die Rauchgase verletzt. Die zehn Verletzten wurden nach der Erstversorgung vor Ort in Krankenhäuser verbracht.

Die Höhe des entstandenen Sachschadens steht derzeit noch nicht fest. Die Polizei hat die weiteren Ermittlungen aufgenommen. Die betroffene Wohnung ist bis auf weiteres unbewohnbar. Das DRK sorgt in Zusammenarbeit mit der Stadt für eine Notunterkunft der betroffenen Familie.